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Startseite Die Jägerschaft Burgdorf Historie Hegering Burgdorf
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Soweit bekannt, wurde der Hegering Burgdorf im Jahre 1952 gegründet. Die Gründungsmitglieder wurden dem Verfasser nicht benannt. Der Hegering Burgdorf setzt sich aus folgenden Jagdrevieren zusammen (die Reviergrößen sind als ca.-Angabe zu verstehen):
Revier Aligse 530 ha, Arpke 1 750 ha, Arpke II 250 ha, Beinhorn 550 ha, Burgdorf 1.250 ha, Burgdorf III (Eigenjagd) 128 ha, Dachtmissen 363 ha, Heeßel 840 ha, Hülptingsen 500 ha, Immensen 1 900 ha, Immensen II 950 ha, Kolshorn 680 ha, Otze 1 850 ha, Otze II 1.150 ha, Obershagen 700 ha, Ramlingen 1 670 ha, Ramlingen II 718 ha, Röddensen 450 ha, Schillerslage 1 500 ha, Schillerslage II A 330 ha, Schillerslage II B 310 ha, Sievershausen 400 ha, Sorgensen 320 ha, Steinwedel 1.150 ha, Steinwedel-Ramhorst (Eigenjagd) 100 ha und Weferlingsen 600 ha.
In den vorgenannten Revieren kommen Rot-, vereinzelt einmal ein Stück Dam-, im übrigen Schwarz- und Rehwild als Schalenwildarten sowie Hase, Kaninchen, Fasane, Rebhühner, Enten, Schnepfen und Tauben sowie an Raubwild Dachs, Fuchs, Waschbär, Marder, Iltis uns Wiesel vor. So wurden im Hegering Burgdorf im Jagdjahr 1990/91 beispielsweise 448 Stück Rehwild, 13 Stück Rotwild (davon 1 Hirsch der Klasse I a) sowie 105 Stück Schwarzwild erlegt, ferner 318 Hasen, 494 Wildkaninchen, 369 Füchse sowie 533 Stockenten und 868 Ringeltauben u.a..
Vergleichszahlen aus der Gründerzeit liegen nicht vor.
Hegeringleiter des Hegeringes Burgdorf waren
von 1952 - 1960 Heinrich Raupers, Otze von 1961 - 1972 Walter Littek, Immensen von 1973 - 1986 Rolf Holtzmann, Arpke von 1987 - 1989 Gerd Pucka, Otze von 1990 - **** Günter Kalbus, Burgdorf
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Historisches |
Es versteht sich von selbst, daß auch Burgdorfer Jäger Geschichte gemacht haben. So berichtet etwa H. Kapmann in der Otzer Chronik über den im 78. Lebensjahr am 26.09.1942 verstorbenen Wilddieb Wilhelm Heuer aus Otze:
„Wilhelm der Wilddieb“
Wilddiebe gab es überall und zu allen Zeiten. Die einen trieb die Jagdleidenschaft, andere dagegen die Not und die Sorge um die tägliche Nahrung für ihre Familie zu diesem nicht ungefährlichen Tun. Einige von ihnen erlangten sogar eine gewisse Berühmtheit und es sind viele Erzählungen über sie überliefert.
Um die Jahrhundertwende lebte der wohl bekannteste Wilddieb der Umgebung in Otze. Wilhelm Heuer - die Dorfbewohner nannten ihn Ulut - war ein Otzer Kind, geboren am 13. November 1864. Seine Eltern zählten zu den Ärmsten im Ort. Der kleine Wilhelm lernte daher schon früh, das Brot und die wenigen anderen angenehmen Dinge mit seinen fünf Geschwistern zu teilen. Bereits im Schulalter gaben ihn seine Eltern zu einem Bauern nach Wettmar. Dort musste er das Vieh hüten. Dies war damals bei Familien, in denen einer ansehnlichen Schar Kinder täglich die hungrigen Mäuler gestopft werden musste, nichts Außergewöhnliches. Die Eltern hatten dadurch einen Esser weniger am Tisch, und der neue Brotherr eine billige Arbeitskraft, der er lediglich die Kost und vielleicht hin und wieder ein abgetragenes Kleidungsstück zu geben verpflichtet war.
Wilhelm war ein Junge wie jeder andere. So gab er seinem Bauern in Wettmar auch des öfteren Anlass, ihm eine schmerzhafte Ermahnung mit der flachen Hand zu verabreichen. Doch Wilhelm blieb trotz allem guten Mutes und stets zu allerlei Streichen aufgelegt. Auch machte er sich nichts daraus, dass seine Leistungen in der Schuld oft zu wünschen übrig ließen.
In den letzten Jahren vor seinem Schulabschluss nahmen die Eltern den Jungen wieder zurück nach Hause. Hier musste er tüchtig mithelfen, Körbe zu flechten. Zusammen mit den älteren Geschwistern brachte er die Körbe nach Hannover zum Verkauf Den Weg in die Stadt und zurück - rd. 50 km - legten sie, wie es damals in manchen Fällen noch üblich war, zu Fuß zurück. Dabei trug jeder von ihnen acht Körbe, und zwar je vier auf der Brust und dem Rücken.
Neben diesen Pflichten verblieb Wilhelm jedoch noch genug Zeit, um im Dorfe und vor allem in der Feldmark und im Walde umherzustreifen. So kannte er bald die Standorte und Wechsel des Wildes. Bei den Dorfbewohnern war er wegen seines freundlichen Wesens gern gelitten. Zur Winterszeit stellte er sich oft bei den im Dorfe üblichen Schlachtefesten ein und erhielt manch kleine Wurst als Mitgabe für sich und seine Angehörigen. Nach Beendigung seiner Schulzeit verpflichtete er sich als Knecht bei einem Bauern in Otze. Von seinem ersparten Lohn kaufte er sich ein Jagdgewehr. Nun begannen seine Jagdzüge. Mit Kaninchen und Hasen begnügte er sich bald nicht mehr. Reh- und Rotwild musste es sein. Auch Otzer Gebiet wurde ihm allmählich zu klein, und so dehnte er seine Pirschgänge bis nach Ramlingen, Wettmar, Schillerslage, Steinwedel und Dachtmissen aus.
Im Jahre 1890 heiratete Wilhelm und baute in Otze an der Straße nach Burgdorf ein eigenes Haus.
Bei seinen Wilddiebereien entging Wilhelm oftmals nur mit knapper Not den Jagdaufsehern, Einige Male wurde er jedoch erwischt, bestraft und in das Gefängnis von Hameln eingeliefert. Da er sich stets gutwillig zeigte, beschäftigte man ihn zumeist mit Küchendiensten und Innenarbeiten. So kam er nach Verbüßung seiner Strafen immer wohlgenährt wieder in Otze an. Vorher pflegte er, seiner Frau den Tag und die Stunde seiner Heimkehr brieflich mitzuteilen. Dann musste sie ihm auch schon mal die Flinte zum Bahnhof bringen, denn Wilhelm zog es zu allererst in den Wald, seiner heimlichen Leidenschaft entgegen.
Meist konnte er in der Zeit nach seiner Rückkehr zunächst einmal ungehindert jagen, denn keiner der Förster und Aufseher ahnte, dass Wilhelm heimgekehrt war. Und als er dennoch einmal noch am gleichen Tage seiner Ankunft beim Wildem gefasst wurde, schüttelte der Richter später ungläubig den Kopf, denn Wilhelm konnte von der Zeit her kaum noch Gelegenheit dazu gehabt haben.
So nahm Wilhelm jede sich bietende Gelegenheit wahr, dem Weidwerk heimlich nachzugehen.
Von der Feldarbeit schlich er sich manchmal unbemerkt fort und kehrte später mit einem Stück Wild zurück. Dieses brachte er dann, unter Heu oder Buschwerk versteckt, auf dem Wagen mit nach Hause. Wilhelm beobachtete auch die Förster und Jäger auf ihren Pirschgängen. Und es glückte ihm einige Male, deren erlegtes Wild aus dem Versteck zu holen und beiseite zu schaffen. In Hannover hatte er dafür ständige Abnehmer.
Als in den Jahren nach 1930 die Jagdaufsicht intensiver betrieben und Jagdvergehen stärker geahndet wurden - Wilhelm war inzwischen nicht nur älter, sondern auch ruhiger geworden -, gab er das Wildern auf.
Am 26.09.1942 ereilte ihn der Tod. Er erlitt einen Schlaganfall, als er mit dem Wagen vom Felde kommend auf seine Hofstelle fuhr."
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Vom alten Förster Breitenstein aus Burgdorf, |
erzählt von Jochen Kannegießer:
Erinnerungen an ein urwüchsiges Försteroriginal Georg Breitenstein, Oberförster, damals im Revier Burgdorfer Holz in Burgdorf
Es sind nun gut 35 Jahre her, dass ich ihm begegnet bin und das kam so:
1962 sind wir nach Burgdorf gezogen. Wir hatten - dort habe ich meine Kindheit verbracht - auf dem Rittergut Kronsberg gewohnt und dieses Gut musste dem sich ausweitenden Messegelände welchen. Dafür wurde dann vom Besitzer dieses Gutes im Stephan Stift Hannover das damalige Gut Burgdorf gekauft und wir zogen also nach Burgdorf. Mein Vater war Gutsinspektor, verwaltete damals den Kronsberg und dann später das in "Gut Backhausenhof' umbenannte Gut Burgdorf.
Für mich tat sich hiermit ein jagdliches Paradies auf. Ich hatte zwar schon auf dem Rittergut Kronsberg Jagdmöglichkeit; es war ein kleiner verpachteter Eigenjagdbezirk, aber ich bekam einen Jagderlaubnisschein auf Raubwild und Raubzeug, wie es damals hieß. Die richtige jagdliche Selbständigkeit bekam ich aber erst hier in Burgdorf. Mein Vater war Nichtjäger, aber ich konnte ihn davon überzeugen, das Eigenjagdrevier Gut Backhausenhof nicht zu verpachten, da wir damals sehr intensiv Gemüseanbau betrieben und es da vielleicht zu Jagdschäden gekommen wäre. Also war ich damals in der glücklichen Lage, der jüngste und mit Abstand ärmste Jagdausübungsberechtigte im damaligen Landkreis Burgdorf zu sein.
Nachbar in der Forst war - wie gesagt - Georg Breitenstein, der ein sehr passionierter Hundeführer war, einen hervorragenden Deutsch Drahthaar führte - „Hektor von der Kiebitzheide" - und eben auch Hunde ausbildete für andere Jäger; vorwiegend Deutsch Drahthaar Vorstehhunde; und solche Hunde benötigen nun einmal ein Feldrevier, um die Suche, das Vorstehen und eben auch den Jagdbetrieb auf Niederwild zu erlernen.
Und so konnte ich ihm dann dieses Gutsrevier zur Ausbildung seiner Hunde zur Verfügung stellen. Er lud mich dagegen dann ein, im Walde mit zu jagen bei ihm und das eröffnete mir natürlich ein reiches jagdliches Spektrum. Ich war Lernender und ich war in der glücklichen Lage, von einem solch erfahrenen Lehrmeister die Jagd auf Niederwild, vor allem die Jagd mit dem Hunde zu erlernen.
Wir haben dabei ungeheuer viel erlebt und ich möchte ein paar Episoden aus der damaligen Zeit erzählen:
Im Herbst, in den Herbstferien, gingen wir eigentlich jeden Tag zur Jagd. Die Försterei Burgdorfer Holz war damals das letzte Haus von Burgdorf hinter dem Friedhof gelegen und dann kam am Peiner Weg gar nichts mehr, wo heute alles zugebaut ist.
Herr Breitenstein fuhr ein Goggomobil, das ich schon hören konnte, wenn er es anwarf; er fuhr dann den Peiner Weg entlang - einen sehr schönen alten Birkenweg mit vielen Schlaglöchern - und dann kam er auf den Hof gefahren. Er fuhr stets eine große Ehrenrunde auf dem Hof, hielt dann vor dem Gutshaus an. Dann kam aus diesem Gefährt der rechte Arm heraus, den legte er auf das Dach und drehte sich dann hinter dem Steuer hervor, legte sein Hand an seinen Strohhut, den er meistens zur Hühnerjagd aufhatte und grüßte mit einem tiefen „Weidmannsheil". Nun muss man sich dazu diese Figur vorstellen.
Diejenigen, die sich noch an „Dornkaat" erinnern, die erinnern sich an diesen Mann, der da etwas einschenkt. Dazu eine sehr wohl beleibte Figur, eine Sommerwaldbluse, die nur noch von einem Knopf zusammengehalten wurde und dann als Bewaffnung ein Drilling, der ja eher einer „Silberbüchse glich, ja schon auch nicht mehr eine Spur von Brünierung auf den Läufen zu sehen war. Es war aber seine universelle Waffe, mit der er alles bejagte - vom Kaninchen bis zum Hirsch.
,Rektor von der Kiebitzheide" hatten den ganzen Rücksitz für sich in Beschlag genommen, Den ließ er dann auch heraus. Oder auch wir fuhren mit dem besagten Goggomobil und dann hat einen der Hund erstmal den Hals abgeleckt, weil man sich in der Enge des Gefährts nicht wehren konnte. Er sagte dann nur: „Hektar lass das!".
Meistens gingen wir aber zu Fuß. Wir waren ausgerüstet mit Jagdtasche oder Rucksack und Galgen und wir kamen meistens nicht eher nach Hause, als bis Jagdtasche, Rucksack und Galgen gefüllt waren. Niederwild gab es damals reichlich. Ob es nun Hasen waren, die wir aber meistens auf einer kleinen Gesellschaftsjagd bejagten, oder vor allem Fasanenhähne in den großen Rübenschlägen - die Hühner habe ich schon erwähnt -oder Kaninchen in den Hecken. Wir konnten also wirklich aus dem Vollen schöpfen. Das sind Zeiten, an die wir uns nur noch sehr wehmütig erinnern können.
Wie gesagt, wir gingen jeden Tag auf Jagd und wenn ich Herrn Breitenstein mal fragte: „Müssen Sie nicht auch mal in den Wald gucken?", dann sagte er mit seiner tiefen Bassstimme: „Meine Waldarbeiter wissen von allein, was sie zu tun haben.". Einer seiner anderen Sprüche war auch „Landwirtschaft und Forstwirtschaft sind da, um die Jagd zu ernähren". „Glückliche Zeiten!".
Es waren, wie gesagt, große Rübenschläge, die wir bejagten und er ging nicht so sehr gern in die Rüben. Erst wenn wirklich Wild da war. Das bedeutete, erst wenn sein Hund vorstand. Vom Wege aus schickte er ihn in einen manchmal sehr ausgedehnten Schlag und sagte: „Hektor, guck dir die Sache mal an." Der Hund arbeitete völlig selbständig suchend hin und her und erst wenn er etwas gefunden hatte und fest vorstand - das waren manchmal auch 200 Meter -, dann stand er wie eine Bildsäule und wenn er dann meinte, wir hätten das noch nicht bemerkt, dann drehte er sich sogar um zu uns und dann sagte er: „Hektor, wir haben das schon gesehen. Und jetzt gehen wir langsam ran, aber langsam und gemütlich, damit wir den Hund nicht irritieren." Wir gingen also ran, stießen selbst das Wild heraus – er schickte nie den Hund zum Einspringen - und dann, wenn es etwas zu Bejagendes war, also keine Fasanenhenne, sondern vielleicht ein Hahn, dann schossen wir. Da habe ich gelernt, es wird nicht eher weiter gejagt, als bis das geschossene Stück, wenn es einen kranken Eindruck machte, zur Strecke kommt. Doch da bewies der Hund wieder seine große Selbständigkeit. Und ich habe gelernt, der Hund hat recht. Mag der Hahn auf 30 Meter in die Rüben gefallen sein und man denkt da müsste er nun sein, und der Hund sucht auf einmal an einer ganz anderen Stelle, dann sagte er immer „Lass den Hund in Ruhe, der weiß mehr als wir.".
Sehr oft habe ich es erlebt, dass dann vielleicht nach 200 Metern der kranke Hahn an einer ganz anderen Stelle aus den Rüben sprang, der Hund zufasste und ihn apportierte.
So habe ich also die Jagd auf Niederwild gelernt und Lehren eigentlich für mein ganzes Jägerleben daraus gezogen, aber auch einige lustige Begebenheiten. Zum Beispiel sagte er zu mir: „Du sag doch mal Deinem Alten Bescheid, er soll mal in diese großen Rübenschläge 'nen paar Gassen reinroden lassen, damit wir die besser bejagen können.". Dann wären natürlich die Schläge übersichtlicher gewesen und vor allen Dingen, er hätte nicht in die rohen Rüben gemusst, was bei seiner Körperfülle sicherlich nicht allzu bequem war. Aber die Jagd, das Beute machen, hatte eben halt seine Priorität und die Hundearbeit zu erleben, das war wirklich höchster jagdlicher Genuss. Wie verarmt ist dagegen das Jagen heute. Vor allem, wenn man sich darauf beschränkt, es im wesentlichen als Ansitzjagd zu betreiben.
Aber nun zurück zu Georg Breitenstein.
Er war, wie gesagt, ein äußerst geselliger Mensch und wenn er in eine Runde geriet, so war er alsbald der Mittelpunkt. Auch im Kreise seiner Kollegen war er sehr beliebt und manchmal stichelten sie ihn sogar, solange bis er dann so richtig in Rage geriet. Sein Chef war Herr Oberforstmeister von dem Hagen und zur damaligen Zeit war selbstverständlich die Anrede „Herr Oberforstmeister". Wenn der ihn aber so richtig prickte, dann pflegte er zu sagen: „Chef, lass das!". Das war dann sein letztes Wort und auch er nur konnte sich leisten, seinen Chef dann so anzusprechen. Es war eigentlich immer ein heiterer Anlass, der dazu führte.
Er mochte auch immer den Umgang mit der Jugend. Wenn irgendwo im Lokal ein junges hübsches Mädchen saß, dann dauerte es nicht lange, und er hatte es auf seinem Schoß sitzen.
Wir hatten damals als junge Studenten Erstsemester in Göttingen eine Verbindung, die heute noch besteht, die „Hubedia Göttingen", eine Jagdverbindung und ich hatte auch einmal meine Bundesbrüder als Gäste auf dem Backhausenhof. Und nun war Georg Breitenstein in seinem Element, uns Grünschnäbeln nun etwa vorzuführen, vor allen Dingen, was die Hundeabrichtung anbelangte. Er war Anhänger der alten Parforcedressur, aber dennoch habe ich eigentlich immer erlebt, dass er sehr liebevoll und einfühlsam mit seinen Hunden umging. Aber er zeigte uns dann an einem jungen Hund, wie er ihm das „down" beibrachte. Dazu steckte er sich eine Hundepeitsche hinten in den Kragen, setzte den Hund vor sich hin, kommandierte ein scharfes „down", die rechte Hand zuckte hoch, und im gleichen Moment hatte er die Peitsche ergriffen und auf den Hund sauste ein scharfer Jagdhieb runter. Das ging mit einer blitzartigen Schnelligkeit, die man ihm eigentlich gar nicht zugetraut hätte und dann sagte er lächelnd: „So, meine Herren, drehen Sie sich bitte einmal um." Wir hatten an seinem Goggo gelehnt und als wir jetzt in den Goggo hineinsahen, lag „Rektor von der Kiebitzheide' auf dem Rücksitz auch in vorbildlicher Down-Haltung. Das hat natürlich bei uns allen Erstaunen und ein herzliches Gelächter ausgelöst. Georg Breitenstein stand da und strahlte uns an.
Über seine Vorliebe für geistige Getränke habe ich schon berichtet und einer seiner beliebten Sprüche war: „Neulich bin ich nach Hause gekommen. Da war ich nüchtern, da hat mich mein Hund nicht gekannt. Da hat er mich gebissen.“. Nach seiner Pensionierung zog er dann nach Uetze um, wo er viele Jagdfreunde hatte und wo auch der Sitz des Forstamts war. Auch da hat er viel Umgang mit jungen Jägern gehabt, vor allem mit den Söhnen von Dr. Kobbe. Auch die könnten sehr viele schöne Anekdoten erzählen von ihm. Leider hat er nicht viele Jahre seine Pensionierung genießen können, denn infolge einer Bruchoperation bekam er eine Lungenentzündung und die ist tödlich verlaufen.
Wir waren alle damals sehr betroffen. Es war eine große Lücke, die er gerissen hatte, aber alle seine Freunde, die ihn erleben durften, haben sehr oft von ihm gesprochen und so ist er eigentlich bei uns allen lebendig geblieben, als ein wirklich knorriges Original, ein Individualist, ein Jäger und ein Förster, den man eigentlich nur mit einer knorrigen Solitäreiche vergleichen kann.
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