StartseiteJagdhundewesenDer Begleithundelehrgang 2002

mit VDH-Hundeführerschein – ein großer Erfolg


Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern und in allen Zeitungen war es zu lesen. Die Jägerschaft Burgdorf e. V. bietet wieder den von vielen Hundehaltern erwarteten Hundführerlehrgang an. Diesmal können die Teilnehmer den Hundeführerschein vom VDH (Verband für das deutsche Hundwesen) erwerben.

„Das gibt es jetzt auch bei den Jägern?“ „Das ist ja toll!“ „Ist das schon Pflicht?“ Das waren die Fragen, die ich in diesem Frühjahr am meisten beantwortet habe. „Nein, Pflicht ist das nicht, aber ein Hundeführerschein vom VDH, das hat schon was.“

Hundehalter haben es in der heutigen Zeit nicht immer leicht. Beim VDH-Hundeführerschein wird auch den Führern korrektes und defensives Verhalten in der Öffentlichkeit gelehrt.

Ein Hundeführer, der seinen Hund bei einem herankommenden Jogger ablegt, fällt nun mal angenehmer auf, als jemand, der sein Hündchen fröhlich dem Jogger in die Waden zwicken lässt.

Für uns Hundeführer war es eigentlich fast so wie im letzten Jahr, nur der schriftliche Aufwand mit dem VDH war enorm groß. Es begann wie immer mit einem Informationsabend. Diesmal müssen wir die Zahl der Anmeldungen ganz genau wissen, denn nachmelden geht nicht, weil für je- den Teilnehmer ein Lehrbuch und eine Videokassette bestellt werden muss. Der Kurs kostet 90,00 Euro Prüfungsgebühren.

Wir, das sind Gabi Muhle, Klaudia Bange, Hardwin Hamp, Chris Alraun, Arthur Hoppe, Horst Richelmann und Heinrich Uhde, sind schon sehr gespannt, wie viele Teilnehmer sich anmelden werden.

100 Anmeldeformulare wurden verteilt, und noch immer meldeten sich Teilnehmer, die noch keines bekommen hatten. Das war der Zeitpunkt an dem Herr Uhde ganz blass um die Nase wurde, denn laut VDH dürfen nur 15 Personen in einer Gruppe unterrichtet werden. Das heißt: wir brauchten Verstärkung. Frau Finger, Herr Raue und Herr Meyer waren so nett, unser Team zu unterstützen. Auf der Wiese lief es so wie immer: zuerst wurden die Gruppen eingeteilt. Gabi Muhle übernahm die Welpen, ich die 6 bis 12 Monate alten. Chris Alraun, Arno Raue und Frau Finger die 12 bis 18 Monate alten. Hartwin Hamp, Horst Richelmann, Arthur Hoppe und Barthold Meyer haben sich um die älteren Hunde gekümmert, Heinrich Uhde war unser „Mädchen für alles“, er war immer da, wo er gerade gebraucht wurde.

Der VDH hat uns einen genauen Übungs-plan vorgelegt, der im wesentlichen nicht von unserem Plan abweichen durfte. Das einzig Neue daran war – und das war auch Prüfungsbestandteil – den un-angeleinten Hund auf eine Gruppe mit Hunden voranzuschicken, um ihn dann auf ca. 10 m mit Rufzeichen abzulegen.

In diesem Sommer hat es wohl an keinem einzigen Donnerstag nicht geregnet. Ich weiß nicht mehr, wie viele Anrufe ich bekam, in dem sich die Teilnehmer erkundigten, ob der Kurs auch bei Regen statt findet. Oft war mein Mann derjenige, der gesagt hat: „Meine Frau ist schon los. Hundeschule ist bei jedem Wetter!“ Meistens war es ab 19:00 Uhr wenigstens von oben trocken. Auch als der große Monsun kam und wirklich überall das Wasser auf den Wiesen stand, hat unser Chris das fast Unmögliche möglich gemacht und noch irgendwo ein trockenes Plätzchen für uns gefunden.

Neu in diesem Jahr war auch der theoretische Teil des Sachkundenachweises, der im Voltmers Hof in Isernhagen stattfand. Nach 14 Abenden harter Arbeit stand die Prüfung an. Die Voraussetzung waren: der Hundeführer muss mindestens 14 Jahre, sein Hund mindestens 12 Monate alt sein. Eine Tollwutimpfung sowie ein Haftpflichtnachweis ist zwingend, durch Tätowierung oder Chip im Behang muss der Hund identifizierbar sein. Außerdem muss er das „Klassenziel“ erreicht haben.

Zur Prüfung gemeldet wurden 36 Hunde. „So etwas gab es noch nie“, hörte Herr Uhde vom VDH. Sein Kommentar darauf: „Bei uns schon, denn wir verfügen über genügend kompetente Ausbilder.“

Prüfungstag war der 24. August und auch das Wetter spielte mit. Um 9:30 Uhr haben sich die Teilnehmer bei schönstem Sonnenschein eingefunden. Die 36 Anwärter wurden in drei Gruppen eingeteilt, so dass die Gruppen im Wechsel arbeiten konnten. Eine Gruppe die praktische Prüfung auf dem Platz, eine andere den theoretischen Teil und die dritte schließlich die Sozialverträglichkeit in der Stadt.
Welch´ ein Glück: gerade als meine Gruppe in der Stadt war, wurden auf dem Schützenplatz Feuerwehrwettkämpfe abgehalten. Unbeeindruckt zog die Karawane mir hinterher, quer durch die Bierbuden und Bratwurststände. Das Publikum war sehr hilfsbereit und verständnisvoll. Um 16:30 Uhr war es geschafft und unser Prüfungsleiter, Herr Uhde, war in der glücklichen Lage 35 Hundeführern ihre Hundeführerscheine auszuhändigen. Ein ganz besonderes Lob ging an Jessica Lindner, die gerade 14 Jahre alt geworden ist und ihren Hund Spike, trotz einer Grippe, hervorragend geführt hat.

Die Jägerschaft Burgdorf e. V. freut sich, einen großen Teil dazu beigetragen zu haben, dass es in Zukunft 100 gut erzogene Hunde mehr gibt.

Und wenn mich im nächsten Frühjahr die ersten Hundehalter ansprechen, ob die Jägerschaft Burgdorf auch im kommenden Jahr den Hundeführerschein wieder anbietet, dann kann ich heute schon sagen: „Na klar! Wir freuen uns schon darauf!“

Klaudia Bange, Burgdorf
(Der Burgdorfer Jäger 2003)


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